Vom Berufseinstieg bis zur Rückkehr
Nach dem Schulabschluss direkt eingestiegen, später studiert, neue Wege beschritten – und schließlich zurückgekehrt. Im Interview erzählt Thomas, wie ihn seine frühe Baustellenerfahrung bis heute prägt, warum „Umwege“ wertvoll sein können und weshalb sich der Schritt zurück in den Konzern für ihn richtig anfühlt.
Thomas, dein Karriereweg ist eng mit STRABAG verbunden. Wie hat alles begonnen – und wo stehst du heute?
Thomas: Nach meinem Schulabschluss bin ich 2009 direkt bei STRABAG eingestiegen, genauer gesagt bei der TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH. Dort habe ich bis 2015 als Umweltchemiker gearbeitet. Seit Februar 2026 bin ich wieder bei STRABAG tätig – heute in der Rolle des Baustellen‑Consultants.
Wie bist du ursprünglich zu STRABAG gekommen?
Thomas: Auf die Stelle aufmerksam geworden bin ich über einen Bekannten meiner Eltern, der bei STRABAG gearbeitet hat. Der Konzern selbst war mir ein Begriff, die TPA zunächst weniger. Mit der Zeit durfte ich erleben, wie die TPA als Kompetenzzentrum für Asphalt‑, Beton‑, Erdbau‑ und Geotechnik innerhalb der STRABAG SE und in der Baustofftechnologie in der Bauwirtschaft arbeitet.
In meiner Zeit als Umweltchemiker war ich viel auf Baustellen unterwegs, habe Bodenproben entnommen und diese im Labor auf mögliche Verunreinigungen untersucht. Ziel war es herauszufinden, ob Materialien wiederverwendet werden konnten oder fachgerecht deponiert werden mussten.
Du bist nach der Schule direkt ins Berufsleben gestartet. Wie ging dein Weg danach weiter?
Thomas: Dank meiner Ausbildung an einer berufsbildenden Schule mit Schwerpunkt Chemie konnte ich direkt als Umweltchemiker einsteigen. Nach über sechs Jahren bei STRABAG habe ich mich entschieden, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft zu studieren.
Nach dem Studium habe ich rund eineinhalb Jahre bei einem Ziviltechniker im Bereich Hochwasserschutz und Entwässerung gearbeitet, anschließend als Projektleiter in der Abfallwirtschaft. Als dort Stellen abgebaut wurden, habe ich mich erneut bei STRABAG beworben und bin so wieder ins Unternehmen zurückgekehrt.
Was hat dich dazu bewegt, nach einigen Jahren Berufserfahrung noch zu studieren?
Thomas: (lacht) Ein kalter, windiger Tag auf der Baustelle war es nicht. Der Gedanke zu studieren war nie konkret geplant, aber immer präsent. Einige Schulkollegen hatten diesen Weg eingeschlagen, und ich habe gemerkt, dass ihnen das viele Möglichkeiten eröffnet hat.
Ich habe mir dann verschiedene Studienrichtungen angesehen und mich letztlich für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft entschieden.
Heute arbeitest du in der Baustellendigitalisierung. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Thomas: Ich bin im Projektmanagement tätig und arbeite in Entwicklungsteams an Soft‑ und Hardware‑Lösungen für die Baustelle. Unser Ziel ist es, diese Lösungen gemeinsam mit den Baustellen weiterzuentwickeln und praxistauglich umzusetzen.
Wir sammeln Feedback aus der operativen Praxis, entscheiden über die weitere Umsetzung und fungieren als Schnittstelle zwischen Baustelle, IT und Entwicklung.
Gibt es Parallelen zwischen deiner früheren Tätigkeit und deiner heutigen Rolle?
Thomas: Die Tätigkeiten sind sehr unterschiedlich, aber beides sind Service‑Leistungen und keine operativen Rollen. Sehr hilfreich sind heute meine langjährige Baustellenerfahrung und das Netzwerk, das ich mir in meinen ersten sechseinhalb Jahren bei STRABAG aufgebaut habe. Davon profitiere ich nach wie vor.
Was schätzt du nach deiner Rückkehr besonders am Arbeiten in einem Großkonzern?
Thomas: Ich kenne mittlerweile sowohl kleinere Strukturen als auch den Großkonzern. Bei STRABAG hat mir vor allem geholfen, dass mir die grundlegenden Strukturen und Abläufe bereits vertraut waren, das erleichtert die Orientierung gerade zu Beginn enorm.
Das Onboarding für meine neue Rolle war sehr gut organisiert. Auch wenn die ersten Wochen mit vielen neuen Kontakten intensiv waren, wurde viel Wert auf Austausch, Vernetzung und die Identifikation von Schnittstellen gelegt.
Aktuell freue ich mich besonders auf kommende Projekte, etwa die Planung und Umsetzung der KI‑Roadshow in Deutschland und Österreich – eine spannende Ergänzung zum Büroalltag und eine gute Möglichkeit, die operativen Einheiten aktiv zu unterstützen.
Hast du nach deiner Rückkehr auch frühere Kolleg:innen wiedergetroffen?
Thomas: Ich arbeite heute an einem anderen Standort als früher, bin aber mit einigen Kolleg:innen über die Jahre in Kontakt geblieben. Andere habe ich nun zufällig wiedergetroffen, zum Beispiel in der Mittagspause.
Was würdest du jungen Menschen am Beginn ihrer Karriere mitgeben – und jenen, die über einen Richtungswechsel nachdenken?
Thomas: Manchmal kann man sich unter einer Stellenbeschreibung wenig vorstellen. Meine Erfahrung ist: Ausprobieren, machen und offen bleiben führt häufig genau dorthin, wo es gut passt.
Vielen Dank für deine spannenden Einblicke in deinen Karriereweg. Welcome back, Thomas!