Für Generationen bauen. Und für die Zukunft unserer Heimat.

10.11.2022
Bartlomiej Walaszkowski arbeitet als Projektleiter bei der STRABAG Umwelttechnik und war federführend am Konzept für die Revitalisierung und Nachnutzung des ehemaligen Raffinerie-Tanklagers am Bremer Ölhafen beteiligt. Auf dem Gelände soll ein hochmodernes Kompetenzzentrum für Urban Mining und Bauschuttaufbereitung entstehen, um zukünftig ressourcenschonend und klimaneutral bauen zu können. Mehr über seine Tätigkeit und das Projekt gibt’s hier.

Das Besondere für mich ist, in der Stadt, in der man groß geworden ist, eine Industriebrache zu revitalisieren und den Grundstein dafür zu legen, dass Bremen auf der Landkarte als Kompetenzzentrum für Urban Mining erscheint.

Als führender Bautechnologiekonzern verfolgen wir schon seit vielen Jahren das Ziel, in Zukunft ressourcenschonend und klimaneutral bauen zu können. Die Wiederaufbereitung wertvoller Sekundärrohstoffe, also bereits verarbeiteter Stoffe, und der damit verbundene Schutz natürlicher Ressourcen ist für das Erreichen unserer Klimaziele wichtiger denn je.

Dass wir nach langer Vorarbeit – der intensiven Ausarbeitung eines nachhaltigen und wegweisenden Nachnutzungskonzepts – nun den alten Ölhafen zu einem Kompetenzzentrum für Urban Mining und Bauschuttaufbereitung entwickeln dürfen, bietet uns nicht nur die Chance, unser Know-how sowohl bei der Sanierung als auch bei der Aufbereitung von Baustoffen unter Beweis zu stellen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele und CO2-Reduktion unserer Stadt bzw. Region zu leisten.

Bremen muss als kleines Bundesland fast alle Stoffe importieren, die zum Bauen benötigt werden. Auch die Stoffe, die beim Rückbau anfallen, werden maximal downgecycelt, meistens aber nur deponiert und dafür über hunderte Kilometer transportiert.

In den Bestandsgebäuden, in denen wir wohnen, sind etwa 60 Mio. Tonnen Rohstoffe verbaut. Den Baumischabfall, der beim Rückbau entsteht, wollen wir in Zukunft an unseren Standort holen und dort in die einzelnen Fraktionen aufteilen. So können die einzelnen Rohstoffe bzw. Gesteinskörnungen wieder in gewisse Produkte eingesetzt und für den Bau wiederverwendet werden. Wir wollen Bauschutt nicht zu „minderwertigem Deponieersatzstoff“ aufbereiten, sondern Rückbaumaterialien und Beton so recyceln, dass sie in bester Qualität wiederverwendbar sind und den Einsatz neuer Rohstoffe obsolet machen. Kurz: geschlossene Kreisläufe in der Bauwirtschaft ermöglichen. 

Unsere Konzerneinheiten der Umwelttechnik werden den Standort in Zukunft für die eigene Arbeit nutzen und zu einem Technologie- und Forschungsstandort ausbauen. Mittelfristig werden hier ca. 130 Mitarbeiter:innen beschäftigt sein. Neben den STRABAG-internen Arbeitsplätzen ist zudem vorgesehen, im Labor, der Werkstatt, in der Produktion sowie im technischen Bereich einen Start-up-Campus mit Co-Working Spaces für die Forschung rund um das Thema Bauschuttrecycling und Urban Mining zu errichten. So wollen wir gezielt mit Hochschulen, Prüfanstalten und Instituten zusammenarbeiten, die einen engen Bezug zu Urban Mining und Bio-Ökonomie haben. Zusammen mit diesen Partner:innen wollen wir neue Materialien finden, die bisher noch nicht recycelt werden und eine Marktreife auch für feinste Gesteinskörnungen erreichen. Auf Lange Sicht soll sich diese Arbeits- und Forschungsplattform als Kompetenzzentrum entwickeln und zeigen, wie die Kreislaufwirtschaft von morgen aussieht.