Ein halbes Jahrhundert STRABAG

01.09.2026
Robert ist seit 1976 im Unternehmen und hat zahlreiche Veränderungen erlebt: Vom Auszubildenden über Baustellen- und Bauleitertätigkeiten bis hin zur Magazinverwaltung. Im Interview erzählt er von seinem Werdegang, besonderen Momenten und dem, was ihn bis heute motiviert.
Robert, Magazinverwalter © STRABAG
© STRABAG

Robert, wie fühlt es sich an, auf fast 50 Jahre im Unternehmen zurückzublicken?

Robert: Sehr gut. Wenn ich auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicke, denke ich vor allem an eine schöne Zeit. Ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Es gab nie den Moment, an dem ich gesagt hätte: „Ich habe keine Lust mehr.“ Deshalb kann ich heute mit Überzeugung sagen, dass mein beruflicher Weg für mich persönlich optimal verlaufen ist.

  • Ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen

    Robert
    Magazinverwalter

Wie hat dein Weg bei STRABAG begonnen und wie hat sich deine Laufbahn entwickelt?

Robert: Angefangen habe ich 1976 bei den Westdeutschen Asphaltwerken mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann. Später wurde das Unternehmen von STRABAG übernommen und meine gesamte Betriebszugehörigkeit anerkannt. So kommen heute fast 50 Jahre zusammen.

In dieser Zeit habe ich viele unterschiedliche Aufgaben übernommen. Nach meiner Ausbildung war ich zunächst auf Baustellen unterwegs und lernte dort die praktischen Abläufe kennen. Nach meiner Bundeswehrzeit bekam ich die Chance, als Bauleiter im Bereich Gussasphalt- und Abdichtungsarbeiten einzusteigen.

Das war eine besonders prägende Zeit. Eigentlich sollte ich ein Jahr lang von einem erfahrenen Kollegen eingearbeitet werden. Doch dieser verstarb unerwartet bereits nach wenigen Monaten, sodass ich plötzlich auf mich allein gestellt war und sehr schnell Verantwortung übernehmen musste.

Später wechselte ich wieder stärker in den kaufmännischen Bereich, führte viele Jahre ein Büro und kümmerte mich unter anderem um Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie verschiedene Verwaltungsaufgaben. Seit etwa 2012 bin ich Magazinverwalter. Mit meinen Kollegen  sorge ich dafür, dass die Baustellen mit allem versorgt werden, was sie für ihre Arbeit benötigen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?

Robert: Mein Arbeitstag beginnt meist schon um Viertel vor vier morgens. Diese Zeit nutze ich bewusst, weil auf dem Bauhof noch Ruhe herrscht und ich E-Mails bearbeiten, Bestellungen vorbereiten oder organisatorische Aufgaben erledigen kann.

Sobald die Kolleginnen und Kollegen auf den Hof kommen, wird es deutlich lebhafter. Dann werden Arbeitsmaterialien ausgegeben, Lieferungen angenommen, Fahrzeuge organisiert und Werkstatttermine koordiniert. Gleichzeitig melden sich Bauleiter, Poliere oder Kolonnen mit Fragen und kurzfristigen Anforderungen.

Gerade diese Vielfalt macht den Job für mich spannend. Kein Tag verläuft exakt gleich und oft muss man schnell Lösungen finden. Im Grunde läuft ein großer Teil der Organisation über das Magazin. Deshalb ist es wichtig, immer den Überblick zu behalten und flexibel zu bleiben.

Wie haben sich die Arbeit und die technischen Möglichkeiten über die Jahre verändert?

Robert: Da hat sich natürlich unglaublich viel getan. Als ich angefangen habe, gab es weder Handys noch Navigationsgeräte. Wer zu einer Baustelle fahren musste, hatte eine Straßenkarte dabei und musste seinen Weg selbst planen.

Heute laufen viele Prozesse digital ab und die Kommunikation ist deutlich schneller geworden. Trotzdem sind einige Dinge gleichgeblieben. Am Ende geht es immer darum, Menschen zu unterstützen, Probleme zu lösen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Arbeit auf den Baustellen funktioniert.

Gibt es ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Robert: Ja, da gibt es eine Baustelle aus meiner Zeit als junger Bauleiter. Wir sollten damals eine größere Sporthalle in Duisburg bearbeiten. Alles war vorbereitet, das Material bereits unterwegs und die Arbeiten konnten eigentlich starten.

Kurz vorher wollte jedoch ein anderes Gewerk noch eine Leitung entleeren. Dabei ging etwas schief und innerhalb kürzester Zeit stand der halbe Keller unter Wasser. Plötzlich musste alles abgesagt und neu organisiert werden, obwohl das Material bereits angeliefert wurde.

In dem Moment war das natürlich alles andere als lustig. Heute denke ich aber immer wieder daran zurück, weil solche Situationen zeigen, dass sich auf Baustellen nicht immer alles planen lässt

  • Ich habe schon alles gesehen. Es gibt ja eigentlich nichts, was ich nicht gemacht habe.

    Robert
    Magazinverwalter

Welchen Rat würdest du jungen Kolleginnen und Kollegen geben?

Robert: Ich würde jedem empfehlen, nicht nur im Büro zu arbeiten, sondern auch praktische Erfahrungen auf Baustellen zu sammeln. Dort lernt man die Materialien, Abläufe und Zusammenhänge kennen und entwickelt ein viel besseres Verständnis für die Arbeit im Bauwesen.

Mir persönlich hat diese Zeit enorm geholfen. Viele Dinge, die ich heute weiß, habe ich nicht am Schreibtisch gelernt, sondern draußen auf den Baustellen. Genau deshalb würde ich jungen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, jede Gelegenheit zu nutzen, um möglichst viele Bereiche kennenzulernen.

 Was wünschst du dir für die Zukunft?

Robert: In erster Linie Gesundheit. Außerdem wünsche ich mir, dass die verbleibende Zeit bis zum Ruhestand gut verläuft und dass STRABAG auch in Zukunft erfolgreich bleibt.

Ich habe fast mein gesamtes Berufsleben hier verbracht und würde mich freuen, wenn auch zukünftige Generationen ähnliche Erfahrungen machen können. Für mich war es auf jeden Fall der richtige Weg.

Vielen Dank für die Einblicke in deinen spannenden Karriereweg, lieber Robert. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und vor allem Gesundheit!