Vom Einstieg bis zum Großprojekt
Stell dich doch mal kurz vor: Wer bist du und was genau machst du aktuell bei SuedLink?
David: Ich bin David und aktuell als Bauleiter bei STRABAG für SuedLink, dem Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsprojekt von TransnetBW, im Bereich der geschlossenen Bauweise tätig. Im Baulos 8 betreue ich die Microtunnel sowie die Pressungen auf einem rund 70 Kilometer langen Abschnitt in der Region Würzburg. Mein Aufgabenbereich ist sehr vielseitig: Ich koordiniere und überwache die Abläufe auf der Baustelle, stimme mich mit Nachunternehmern ab und begleite unsere eigenen Leistungen im Bereich der Erdarbeiten. Gleichzeitig geht es auch darum, jederzeit den Überblick zu behalten und bei Herausforderungen schnell passende Lösungen zu finden.
Du hast deine Ausbildung zum Bauzeichner gemacht – sogar schon bei STRABAG. Warum hast du dich damals für diesen Weg entschieden?
David: Das Interesse für Baustellen war eigentlich schon ziemlich früh da. Ich fand es schon als Kind spannend zu sehen, wie dort gearbeitet wird und am Ende etwas entsteht.Später habe ich dann ein Praktikum gemacht und mich intensiver über verschiedene Berufe informiert. In der Schule wurde damals unter anderem der Beruf des technischen Zeichners vorgestellt – und genau diese Mischung aus Technik, Planung und Baustelle hat mich sofort angesprochen.
Nach der Ausbildung warst du zunächst als Abrechner tätig. Wie kam es dazu und was konntest du aus dieser Zeit mitnehmen?
David: Mir wurde damals die Stelle als Abrechner angeboten und rückblickend war das für meinen weiteren Weg wirklich hilfreich. Ich habe dadurch verstanden, wie viele Prozesse auf einer Baustelle ineinandergreifen und wie wichtig das Zusammenspiel zwischen technischen und kaufmännischen Themen ist.
Mein damaliger Bauleiter hat mich dabei stark unterstützt und mir Schritt für Schritt immer mehr Verantwortung übertragen. So bin ich langsam in die Bauleitung hineingewachsen. Natürlich waren viele Themen anfangs neu, aber genau das fand ich spannend.
Ein Moment ist mir bis heute besonders in Erinnerung geblieben: Als meine erste Baustelle vollständig abgeschlossen und erfolgreich abgerechnet war.
Gab es auf deinem bisherigen Weg einen Moment oder eine Erfahrung, die dich persönlich besonders geprägt oder verändert hat?
David: Ja, definitiv ein Projekt am Flughafen München. Der Moment, als später die Flugzeuge über die Fläche gerollt sind, die wir gebaut hatten, war für mich ein echtes Highlight..Da wird einem nochmal bewusst, was hinter der eigenen Arbeit steckt und welchen Beitrag man leistet. Das war für mich nochmal eine klare Bestätigung, dass ich genau den richtigen Beruf gewählt habe.
Was hat dich schließlich dazu bewegt, den Techniker in Vollzeit zu machen?
David: Für mich war relativ früh klar, dass ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln und langfristig mehr Verantwortung übernehmen möchte – sowohl auf organisatorischer Ebene als auch draußen auf der Baustelle. Deshalb habe ich mich entschieden, den Techniker in Vollzeit zu machen.
Parallel dazu habe ich zusätzlich noch den Straßenbaumeister absolviert, wodurch ich vor allem auch viele praktische Inhalte nochmal vertiefen konnte. Gerade die Kombination aus Theorie und Praxis hat mir auf meinem bisherigen Weg viel gebracht und meinen Blick auf die Abläufe auf der Baustelle erweitert. Den Ausbilderschein habe ich ebenfalls gemacht.
Wie war der Wechsel zurück von Schule und Theorie auf die reale Baustelle – jetzt mit deutlich mehr Verantwortung?
David: Am Anfang war es schon ungewohnt, wieder die Schulbank zu drücken, wenn man vorher mitten im Arbeitsalltag war. Aber rückblickend war es definitiv die richtige Entscheidung. Der Wiedereinstieg auf die Baustelle danach hat sich richtig gut angefühlt, weil man vieles aus der Weiterbildung direkt anwenden konnte. Und natürlich macht es Spaß, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam im Team Projekte voranzubringen.
Wenn du auf deinen bisherigen Weg zurückblickst: Welche Eigenschaft hat dir persönlich am meisten geholfen, dich weiterzuentwickeln?
David: Ich glaube, vor allem die Neugier auf neue Themen und die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen. Außerdem hilft es natürlich, auch in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und lösungsorientiert zu denken.Gleichzeitig hatte ich immer die Möglichkeit, mich fachlich weiterzuentwickeln und neue Schritte zu gehen. Dabei wurde ich auch von meiner Bereichsleitung unterstützt – unter anderem während des Technikers. Das hat meinen bisherigen Weg definitiv mitgeprägt.
Was macht für dich gerade die Montagearbeit auf einem Großprojekt so spannend – und vielleicht auch anders als viele denken?
David: Vor allem die Dimensionen und die Vielzahl an unterschiedlichen Aufgaben machen die Arbeit auf einem Großprojekt für mich besonders spannend. Bei SuedLink an einer Infrastrukturmaßnahme mitzuwirken, die für die Energiewende in Deutschland eine wichtige Rolle spielt, ist eine einmalige Erfahrung. Denn TransnetBW treibt als Übertragungsnetzbetreiber für Baden-Württemberg mit SuedLink den Ausbau einer zentralen Stromverbindung voran, die die Integration erneuerbarer Energien und die Versorgungssicherheit für Millionen Menschen unterstützt.
Ich war zuvor bereits auf großen Autobahn- und Flughafenprojekten tätig und konnte dort viele spannende Eindrücke sammeln. SuedLink bringt durch seine Größe und die besondere technische Umsetzung aber nochmal ganz neue Herausforderungen mit sich.
Ein Projekt wie SuedLink ist ja eine ganz andere Dimension. Was unterscheidet solche Großprojekte von „normalen“ Baustellen?
David: Die grundsätzlichen Abläufe sind oft ähnlich – der große Unterschied liegt in der Größe und der Komplexität. Es arbeiten viele unterschiedliche Gewerke gleichzeitig zusammen und alles muss gut aufeinander abgestimmt sein.
Dazu kommt die enge Zusammenarbeit zwischen vielen Bereichen – vom Einkauf bis zur Abrechnung. Gleichzeitig spielt auch der Umweltschutz eine große Rolle und begleitet viele Entscheidungen auf dem Projekt.
Dadurch muss man auf solchen Projekten oft mehrere Schritte vorausdenken, flexibel auf neue Situationen reagieren und trotzdem jederzeit den Überblick behalten.
Wie behält man bei so einem riesigen Projekt eigentlich den Überblick – vor allem draußen im Baustellenalltag?
David: Klare Abläufe und gute Kommunikation sind dafür entscheidend. Wir stimmen uns regelmäßig im Team ab, besprechen die nächsten Schritte und verteilen die Aufgaben klar. Gerade bei einem Projekt dieser Größe ist es wichtig, dass jeder weiß, worauf es ankommt. Außerdem hilft es natürlich, wenn man ein eingespieltes Team hat und sich aufeinander verlassen kann.
Warum lohnt sich eine Ausbildung im Bauwesen noch immer – und was würdest du jemandem raten, der einen ähnlichen Weg gehen möchte wie du?
David: Weil der Beruf unglaublich abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere und man lernt ständig dazu. Gleichzeitig sieht man am Ende ganz konkret, was man gemeinsam geschaffen hat – und genau dieses sichtbare Ergebnis macht die Arbeit im Bauwesen so spannend.
Mein Rat wäre deshalb: neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und möglichst viele praktische Erfahrungen sammeln. Gerade auf der Baustelle lernt man extrem viel fürs spätere Berufsleben.
Vielen Dank für die spannenden Einblicke in deinen Karriereweg, lieber David. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute!