Von der Abschlussarbeit zur Bauleitung: Trainee Birgit in Kanada

05.05.2026
Birgit war als Trainee im Bereich Infrastruktur und Großprojekte mehrere Monate auf einer Baustelle in Kanada im Einsatz. Im Interview erzählt sie von ihrem Weg zu STRABAG, dem technischen Traineeprogramm, ihrem Auslandsaufenthalt und warum sie es jederzeit wieder machen würde.
Birgit in Toronto © STRABAG / Birgit Fleischer
© STRABAG / Birgit Fleischer

Was kamst du zu STRABAG und warum hast du dich für das Traineeprogramm entschieden?

Birgit: Ich habe meinen Master in Bauingenieurwesen in Augsburg abgeschlossen, aber die Abgabe meiner Masterarbeit fand bei meinem Professor in München statt. Und wie es der Zufall so wollte, war genau an diesem Tag auch die Karrieremesse VHK Forum Bau in München. Viel Zeit zum Durchatmen blieb also nicht, aber es hat sich absolut gelohnt: Vor Ort bekam ich gleich zwei Angebote von STRABAG, unter anderem für das Traineeprogramm.


Natürlich wollte ich gleich wissen, wie flexibel das Traineeprogramm ist, vor allem in Bezug auf den Einsatzort. Mein großer Wunsch war es, eine Station am Münchner Flughafen zu machen – und man hat mir signalisiert, dass das möglich ist. Ausschlaggebend war für mich am Ende aber vor allem, dass man im Traineeprogramm unterschiedliche Bereiche kennenlernt und herausfinden kann, was wirklich zu einem passt. Das fand ich einfach super.

Wie lief dein Traineeprogramm ab?

Birgit: Mein 15-monatiges technisches Traineeprogramm orientierte sich an einem Grundgerüst mit Stationen im Baustelleneinsatz, Abrechnung, Arbeitsvorbereitung, Kalkulation, Labor, BMTI und einem Auslandsaufenthalt. Zusätzlich konnte ich gemeinsam mit meinem Team meinen individuellen Plan entwickeln und eigene Wunschstationen einbauen.

Der Schwerpunkt lag dabei auf der späteren Zielposition – und für mich war von Anfang an klar, dass ich in die Bauleitung möchte. Dort habe ich schließlich auch den größten Teil meiner Traineezeit verbracht, um möglichst viel praktische Erfahrung zu sammeln. Los ging es dann mit meinem ersten eigenen Projekt am Flughafen München. Ein idealer Einstieg, um Theorie und Praxis zusammenzubringen und alle Projektphasen kennenzulernen – genauso wie ich mir das gewünscht hatte.

Besonders spannend waren all die Besonderheiten, die man nur auf einer Flughafenbaustelle erlebt: strenge Sicherheitsprozesse, die Anmeldung jedes einzelnen Lieferanten und die Abläufe, welche sehr präzise abgestimmt sein müssen. Zum Glück hatte ich sowohl im Büro als auch auf der Baustelle großartige Unterstützung durch mein Team. 

Baustelle in Toronto © STRABAG / Birgit Fleischer

Zum Ende deines Traineeprogramms ging es für drei Monate nach Kanada. Auf welchem Projekt warst du tätig und welche Aufgaben hattest du dort?

Birgit: In Kanada war ich auf einem großen Infrastrukturprojekt in Toronto tätig, in dessen Rahmen das städtische Schienennetz massiv erweitert wird. Unser Team arbeitete an einem Tunnelabschnitt, der später Teil einer insgesamt rund 9 Kilometer langen Streckenerweiterung sein wird.

Meine Aufgaben waren eine Mischung aus praktischem Baustelleneinsatz und technischen Tätigkeiten im Projektbüro. Auf der Baustelle war ich unter anderem beim Spritzbetonauftrag dabei und habe die Vorbereitung der Innenschale begleitet – einschließlich Qualitätsmanagement, Nachweisführungen und technischer Dokumentation, etwa zur Feuerbeständigkeit oder zu Materialparametern.

Im Büro unterstützte ich das Team bei Genehmigungen, Anträgen und technischer Dokumentation, die im Vorfeld detailliert ausgearbeitet und dem Auftraggeber übermittelt werden musste.

  • Der Auslandseinsatz war für mich eine perfekte Kombination aus persönlicher Weiterentwicklung und fachlicher Vertiefung.

    Birgit
    Bauleiterin und vormals technische Trainee
Blick in einen Tunnel in Toronto © STRABAG / Birgit Fleischer

Wie lief der Einstieg für dich im neuen Umfeld?

Birgit: Der Einstieg fiel mir leicht, weil vor Ort bereits zwei Trainees und ein Werkstudent aus Deutschland waren – dazu ein technischer Projektleiter aus Deutschland. Dadurch wurde im Büro häufiger Deutsch als Englisch gesprochen, einfach weil es schneller geht. Auf der Baustelle sah das ganz anders aus: Dort lernt man Englisch praktisch nebenbei, weil man die Abläufe direkt sieht und vieles intuitiv nachvollziehen kann.

Wie hast du die Zusammenarbeit im kanadischen Projektteam erlebt?

Birgit: Die Zusammenarbeit im kanadischen Projektteam war offen, hilfsbereit und sehr praxisnah. Die Abläufe waren klar strukturiert, ich konnte mich aktiv einbringen und habe schnell verstanden, wie ein internationales Projekt funktioniert. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut die Teamkultur trotz verschiedener Sprachen und Hintergründe funktionierte: Zusammenarbeit und gegenseitiger Support hatten immer Priorität. Auch die Arbeitsbedingungen – draußen oft Minusgrade, im Tunnel deutlich angenehmer – wurden gemeinsam gemeistert.

Ausflug ins Umland © STRABAG / Birgit Fleischer

Welche Eindrücke und Erfahrungen nimmst du aus deinen drei Monaten in Kanada mit?

Birgit: Kanada war für mich ein echtes Abenteuer – in jeder Hinsicht. Beruflich konnte ich das, was ich zuvor im Studium oder in Deutschland gelernt hatte, direkt anwenden und weiterentwickeln. Mein Projektleiter war unglaublich unterstützend, und das internationale Team hat den Arbeitsalltag enorm bereichert. Jeder brachte eigene Erfahrungen mit, man lernte ständig dazu – und ich habe mich von Anfang an willkommen gefühlt.

Auch privat hat mich Kanada sofort in seinen Bann gezogen. Schon vor meiner Abreise hatte ich Kontakt zu einer anderen Trainee, die mich gleich zu einem Wochenendtrip mit Arbeitskolleg:innen und Freunden in ein Cottage eingeladen hat. Dort habe ich die kanadische Natur zum ersten Mal richtig erlebt: endlose Wälder, glasklare Seen, wilde Tiere – Bilderbuchmomente, aber in echt. Dazu kam die Offenheit der Kanadier: warmherzig, interessiert, hilfsbereit – man kommt sofort ins Gespräch.

Insgesamt waren die drei Monate in Kanada für mich beruflich unglaublich lehrreich und privat mindestens genauso bereichernd – eine Erfahrung, die ich sofort wieder machen würde!

Was war dein persönliches Highlight während des Traineeprogramms?

Birgit: Ein einziges Highlight herauszugreifen, ist wirklich schwer – dafür gab es zu viele besondere Momente. Am prägendsten war für mich der Start: gleich zu Beginn eine eigene Baustelle am Münchner Flughafen zu übernehmen und früh Verantwortung zu übernehmen. Wenn ein Projekt dann so läuft, wie man es geplant hat, ist das ein unglaubliches Erfolgserlebnis – und stärkt das Selbstvertrauen enorm.

Welche Tipps würdest du anderen mitgeben, die einen Auslandsaufenthalt planen?

Birgit: Für alle, die einen Auslandsaufenthalt planen, habe ich einen klaren Tipp: früh vernetzen und Kontakt zu Menschen aufnehmen, die bereits vor Ort sind. Ich habe vorab mit mehreren Trainees gesprochen – das hilft bei Organisation, Einreise und den ersten Schritten vor Ort. Denn genau das macht einen Auslandseinsatz am Ende besonders wertvoll.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei deiner Tätigkeit als Bauleiterin!