London Calling: Nachwuchsingenieurin Selma auf der HS2-Großbaustelle
Im Interview erzählt sie, was sie an großen Infrastrukturprojekten fasziniert, warum das Nachwuchsingenieurprogramm für sie der ideale Karriereeinstieg war und welche Eindrücke sie von ihrer Zeit beim HS2-Projekt in London mitgenommen hat.
Was hat dich zu STRABAG geführt und warum hast du dich für den Brückenbau entschieden?
Selma: Ich wollte etwas physisch realisieren und herstellen. Einige meiner Familienmitglieder arbeiten im Bau- und Ingenieurwesen, daher lag dieser Weg für mich nahe. Gleichzeitig fasziniert mich die Verbindung aus Praxis und Theorie.
Ich habe dual Holzbau im Bachelor studiert und darauf noch einen Master gesetzt. Während meines Studiums bin ich eher zufällig mit dem Brückenbau in Berührung gekommen – und war sofort begeistert. Diese Art von Bauwerk ist spannend, komplex und beeindruckend. Deshalb habe ich gezielt nach einem Job im Brückenbau gesucht und diesen bei STRABAG gefunden.
Wie war dein erstes Jahr bei STRABAG?
Selma: Mein Start war richtig gut. Ich arbeite in einem jungen, motivierten Team, gleichzeitig gibt es aber auch viele erfahrene Kolleg:innen, von denen man jeden Tag lernen kann. Ich habe vielfältige Einblicke bekommen, war viel unterwegs und habe unterschiedliche Standorte besucht. Große Brücken entstehen ja selten direkt vor der Haustür.
Du absolvierst das Nachwuchsingenieurprogramm. Gib uns mal einen Einblick.
Selma: Es ist sehr abwechslungsreich aufgebaut. Ich habe Stationen im Controlling, im Schalungsbau, in der Angebotsvorbereitung, der TPA, in der Bauleitung, der Kalkulation und der Arbeitsvorbereitung durchlaufen. Das Programm ist umfangreich und eine tolle Möglichkeit, in kurzer Zeit viel Neues zu lernen und die Vielfalt im Konzern zu entdecken.
Du warst im Rahmen des Programms drei Monate im Ausland. Was hast du dort erlebt?
Selma: Ich durfte beim Großprojekt High Speed 2 (HS2) in London mitarbeiten. Das Projekt gilt derzeit als das größte Infrastrukturprojekt Europas und soll London zukünftig per Hochgeschwindigkeitszug mit Birmingham verbinden. Seit 2017 baut die Arbeitsgemeinschaft SCS JV (Skanska, Costain und STRABAG) den Londoner Abschnitt mit rund 21 Kilometern Doppelröhrentunneln und 11 Zugangsschächten.
In meiner Zeit vor Ort durfte ich unter anderem die Strukturen dieses Megaprojekts kennenlernen sowie bei Herstellung des Head Houses, insbesondere bei der Gebäudeverkleidung unterstützen. Dafür habe ich Aufgaben in der Nachunternehmerbetreuung, Qualitätsprüfung und sogenannte Progress Reportings übernommen.
Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Selma: Besonders beeindruckend fand ich die sehr hohen Sicherheitsstandards, die mit einem extrem hohen Aufwand verbunden sind. Hier zieht wirklich jede:r mit. Es war spannend zu sehen, dass jedes Land seine eigenen Regularien hat und wie diese umgesetzt werden. Außerdem war die Zusammenarbeit super: Die Kolleg:innen leben für ihre Arbeit und sind sehr offen und unterstützend.
In meiner Freizeit habe ich natürlich auch die englische Kultur kennengelernt. In London habe ich einiges unternommen, habe Sportveranstaltungen besucht und Ausflüge unter anderem nach Cambridge und Oxford gemacht.
Wem würdest du das Nachwuchsingenieurprogramm empfehlen?
Selma: Allen, die noch nicht genau wissen, in welchem Bereich des Bauwesens sie später arbeiten möchten. Man lernt unglaublich viele Bereiche kennen und erhält einen breiten Einblick in den Konzern. Auch die Auslandserfahrung war ein echtes Highlight.
Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Selma: Ich möchte in den nächsten Jahren in der Bauleitung noch viel lernen und Erfahrung sammeln. Später kann ich mir auch Aufgaben im Innendienst vorstellen – zum Beispiel in der Kalkulation oder in der Arbeitsvorbereitung.
Vielen Dank für deine spannenden Einblicke und alles Gute für deine Zukunft, liebe Selma!